Kostenintensives Erbe: Erbschaftssteuer bei Immobilien

Kostenintensives Erbe: Erbschaftssteuer bei Immobilien

Kostenintensives Erbe: Erbschaftssteuer bei Immobilien 1000 750 PIPPING

Eine Immo­bilie zu erben, ist eine emotio­nale und komplexe Ange­le­gen­heit. Neben zahl­rei­chen Behör­den­gängen und lang­wie­riger Abwick­lung müssen sich Erben zusätz­lich mit der Erbschafts­steuer auf die Immo­bilie befassen. Ein Thema, das plötz­li­chen Besit­zern mehr Fragen als Antworten beschert.

Wie hoch ist die zusätz­liche Steuer? Gibt es Frei­be­träge und wenn ja, in welcher Höhe? Unser Guide gibt Ihnen die wich­tigsten Infor­ma­tionen an die Hand, um Ihnen einen Über­blick rund um das Thema Erbschafts­steuer im Falle eines Erbes zu verschaffen.

Immobilienverkauf mit PIPPING

Mit unseren Ratge­ber­texten unter PIPPING Immo­bi­li­en­rat­geber geben wir Ihnen einen Über­blick über die wich­tigsten Themen der Immo­bi­li­en­branche. Aufgrund sich verän­dernder Geset­zes­lagen und aktua­li­sierter Rechts­texte können einzelne Angaben abwei­chen. Mit unserem Über­blick erhalten Sie einen ersten Eindruck, wodurch eine sach­ge­mäße Bera­tung bei Fach­ex­perten für Rechts- oder Finanz­fragen nicht ersetzt wird. Wenn Sie einen zukünf­tigen Verkauf planen, stehen wir Ihnen gern mit unserem umfang­rei­chen Service­ka­talog zur Verfü­gung und nehmen eine profes­sio­nelle Immo­bi­lien­be­wer­tung vor.

Was ist eine Erbschaftssteuer auf Immobilien?

Findet ein Eigen­tü­mer­wechsel aufgrund eines Todes­falles statt, werden Vermö­gens­werte auf eine andere Person über­tragen. Grund­stücke und Immo­bi­lien ziehen immer eine Erbschafts­steuer nach sich, deren Grund­lagen im Erbschafts­steuer- und Schen­kungs­steu­er­ge­setz (ErbSG) veran­kert sind. Je nach Verwandt­schafts­grad und Höhe des Erbes wird der Betrag defi­niert, der auf die Immo­bilie gezahlt werden muss. Somit können sich die endgül­tigen Summen deut­lich unter­scheiden, wenn es sich um Kinder, Enkel oder Ehepartner handelt. Zudem gelten unter­schied­liche Frei­be­träge, die zwischen 200.000 Euro und 500.000 Euro liegen und auf die zuge­teilten Erbschafts­steu­er­klassen ange­rechnet werden.

Ein weiterer Faktor, der eine wich­tige Rolle bei der Fest­le­gung der Erbschafts­steuer spielt, ist der Verkehrs­wert der betref­fenden Immo­bilie. Dieser sollte im Vorfeld von einem unab­hän­gigen Prüfer bestimmt werden, um einen realis­ti­schen Wert einzu­holen. Wird ein Gutachter beauf­tragt, der in das Projekt einge­bunden ist oder von Behör­den­seite gestellt wird, liegt der Verdacht nahe, dass ein zu hoher oder zu nied­riger Wert ermit­telt werden kann. Um sich als Erbe in das Grund­buch der Immo­bilie eintragen zu lassen, wird zudem ein Erbschein voraus­ge­setzt, welcher bean­tragt werden muss.

Wie unterscheidet sich die Erbschaftssteuer auf Haus und Grundstück?

Ob ein einzelnes Haus oder das dazu­ge­hö­rige Grund­stück geerbt wird, spielt für die Fest­le­gung der Erbschafts­steuer keine Rolle. Der Wert der Immo­bilie wird in der Regel von einem Immo­bi­li­en­makler oder einem zerti­fi­zierten Gutachter ermit­telt, der den Markt­werkt bestimmt.

Es gibt verschie­dene Möglich­keiten eine hohe Erbschafts­steuer zu umgehen. So bietet sich eine schritt­weise Schen­kung der Immo­bilie an oder eine vorhe­rige Umtra­gung des Eigen­tü­mers zu Lebzeiten auf den Erben. Optional kann in solchen Fällen zur Absi­che­rung des Eigen­tü­mers Nieß­brauch- oder ein Wohn­recht in das Grund­buch einge­tragen werden.

Wie ist die Abgrenzung zur Schenkungssteuer?

Der wesent­liche Unter­schied besteht darin, dass bei einer Schen­kung beide Parteien noch leben. Das Erbe über­trägt sich vor dem Ableben des Erblas­sers auf den neuen Eigen­tümer und ist frei von Versor­gungs­bei­trägen. Leben Ehepartner selbst in den verschenkten Immo­bi­lien, die aktiv genutzt werden, werden diese Schen­kungen steu­er­lich nicht belastet. Für alle anderen gilt eine Vergüns­ti­gung von 10 % des Verkehrs­wertes, der steu­er­frei bleibt. Auch Schen­kungen müssen dem Finanzamt gemeldet werden.

Schritt für Schritt: Wie kann die Schenkung erfolgen?

Eine schritt­weise Schen­kung, die noch zu Lebzeiten des Schen­kers erfolgen muss, ist eine empfoh­lene Alter­na­tive, um Grund­stücke steu­er­frei über­tragen zu können. Hierbei wird die Schen­kung in mehreren Schritten durch­ge­führt, wobei der jewei­lige Frei­be­trag je Vorgang fällig wird. Zu beachten ist, dass der Frei­be­trag je zehn Jahre geltend ist. Ausrei­chende Vorlauf­zeit sollte somit einge­plant sein.

Es sollte aller­dings stets im Fokus sein, dass die Höhe der Summen von vielen Faktoren abhängig ist. Eine pauschale Aussage, welche Beträge fließen werden, ist nicht möglich.

Wie gehe ich vor, wenn ich eine Immobilie erbe?

Erben Sie ein Haus, sind Sie Rechts­nach­folger des Erblas­sers und Eigen­tümer der betref­fenden Immo­bilie. Bevor eine Entschei­dung über Annahme oder Ausschla­gung des Erbes getroffen wird, sollte die Prüfung der Wertig­keit der Immo­bilie erfolgen. Es ist nicht selten der Fall, dass eine Über­schul­dung vorliegt und das Erbe Kosten zu Lasten des Erbenden verursacht.

Die Immo­bilie muss keines­wegs selbst bewohnt werden. Auch eine Vermie­tung kann eine Option sein und als finan­zi­elle Absi­che­rung und Vorsorge dienen. Inner­halb von zwei Jahren muss die Anpas­sung der Eigen­tü­mer­daten im Grund­buch erfolgen, bevor hohe Gebühren fällig werden.

In Kürze: Bloß nichts überstürzen!

Fall­be­zo­gene Lösungs­an­sätze und indi­vi­du­elle Betrach­tungen sind beim Erbe von Immo­bi­lien die wich­tigste Heran­ge­hens­weise. Emoti­ons­ge­trieben zu handeln, kann zu Nach­wir­kungen führen, die finan­ziell belas­tend sein können. Eine anwalt­liche Bera­tung oder ein Gespräch mit Immo­bi­li­en­ex­perten und Maklern hilft im Vorfeld, die theo­re­ti­sche Situa­tion zu sondieren, bevor der Ernst­fall eintritt.